Aktien handeln – Geld anlegen an der Börse mit Aktienhandel

Aktien: Der Unterschied zwischen sicherer und spekulativer Geldanlage

Sie haben die Wahl: Entweder mit dem Sparbuch unterm Kopfkissen ruhig schlafen, aber Wertsteigerungen verschlafen, oder das Geld mit Risiko aber aktiv und strategisch richtig anlegen und mit diesen Gewinnen Wünsche erfüllen um im Alter die ruhige Kugel zu schieben. Der Aktienhandel ist im Gegensatz zum Tagesgeldkonto (Festgeld) oder dem Bausparen eine risikoreichere, aber dafür auch lukrativere Geldanlage.

Für diese Entscheidung ist es hilfreich die Unterschiede zwischen spekulativen Geldanlagen Variante I (Aktien, Optionsscheine) und sicheren Geldanlagen Variante II (in Sparbuch, Bundesschatzbrief oder Anleihe…..) zu kennen. Die Werte von Variante I können schnell steigen, aber auch genau so schnell im Keller sein; im schlimmsten Fall sogar, wenn die Firma Konkurs anmeldet zum Totalverlust führen. Man kann nie vorhersagen, wie viel Geld man am Ende hat, das heißt wie hoch Gewinn oder Verlust sind. Anders als bei Variante II, wo die Renditen oft nur niedrig sind, manchmal noch nicht einmal die Inflationsrate erreichen.

Und ein weiteres Argument, Aktien zu kaufen ist, dass man mit seiner Geldanlage Firmen unterstützt. Und um so mehr Geld in Aktien fließt, desto höher steigen die Kurse für Firma und Aktionär.

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Risiko birgt Chancen

Der DAX hatte in der Vergangenheit eine jährliche Rendite von 12 Prozent. Einzelne Aktien dagegen reagieren unterschiedlich. Legte Siemens in den letzten 12 Jahren „gerade mal“ um 50 Prozent zu und erbrachte damit eine kaum höhere Rendite als ein Sparbuch, so vermehrte sich der Wert der SAP-Aktie in dieser Zeit um mehrere 1000 Prozent!

Diese Gewinnchancen machen den großen Reiz der Aktienanlage aus. Die Geschichten von Gewinnen mit 100, 200, 500 oder gar mehreren 1000 Prozent wie bei SAP sind selten. Und so hofft jeder Aktionär selbst einmal eine dieser Kursraketen in Händen zu halten.

Aber auch wer nicht auf solch einen kurzfristigen Aktienboom setzten will, kann sich mit einer Langfristanlage von Aktien mit hoher Wahrscheinlichkeit einen gesicherten Lebensabend verschaffen.

Wem Aktienanlage allerdings zu spekulativ ist, kann auch in Aktienfonds investieren. Mit Durchschnittsrenditen von jährlich 8-10 Prozent liegt man deutlich vor Sparbuch und Co. Aber auch hier führt die beste Auswahl zum Gewinn.

Fonds-Fazit: Wenn der Aktienmarkt insgesamt zulegt, kann selbst ein schlechter Fondsmanager eine gute Rendite kaum verhindern.

Anlage-Tipps: Aktien

  1. In langfristig aussichtsreiche Unternehmen investieren. Ein Investment in der Bauindustrie ist, zur Zeit, aufgrund schlechter Konjunktur weniger zukunftsträchtig als eine Anlage in einem Telekommunikationsunternehmen oder einer High-Tech-Firma. Solange sich das Unternehmen erfolgreich entwickelt, tut es auch die Aktie. Eine Ausnahme, auf die im Börsenkurs – später eingegangen wird ist, daß der Aktienkurs diese positive Entwicklung sehr früh vorweggenommen hat und deshalb wider Erwarten nicht steigt.
  2. Wer Aktien kauft, sollte sich regelmässig über aktuelle Entwicklungen „seines“ Unternehmens Informieren.

Warum sollten Sie einen Teil Ihrer Aktien spekulativ anlegen?

arum sollte jemand freiwillig sein Geld in risikoreiche Anlageformen stecken? Wo liegt der Sinn, wenn ich doch genauso gut einen Sparbrief kaufen kann und dabei genau weiß wie viel Geld ich inklusive Zinsen am Ende wiederbekomme? Warum soll ich denn dann überhaupt Aktien kaufen, die doch ewig nur schwanken und wo ich niemals so richtig weiß ob ich nun reich oder arm werde? Haben Sie sich auch schon mal diese Frage gestellt?

Okay, Sie haben natürlich immer die Wahl: Natürlich können Sie Ihr Geld auch auf dem Sparbuch anlegen um weiter ruhig zu schlafen. Und für manche ist das auch sicher die beste Anlage, keine Frage. Aber dann verschlafen Sie womöglich Wertsteigerungen von denen Sparbuch-Sparer nur träumen. Und genau hier liegt der Reiz sein Geld etwas risikoreicher anzulegen. Denn wer sein Geld zwar mit Risiko aber dafür aktiv und strategisch richtig anlegt, der kann dafür vielleicht im Alter etwas besser schlafen weil er bis dahin seine Rente (oder auch mehr als das) selbst verdient hat.

Doch welche Möglichkeit ist nun für einen selbst die richtige? Um das beurteilen zu können ist es nötig, die Unterschiede zwischen spekulativen und sicheren Geldanlagen überhaupt erst einmal zu kennen.

Ganz klar, spekulative Werte wie Aktien können schnell, manchmal sogar sehr schnell steigen. Aber, genau so schnell oder manchmal auch noch schneller können diese Werte auch wieder fallen. Und wenn diese Werte fallen, dann können sie auch mal etwas weiter fallen als sie vorher gestiegen sind. Im schlimmsten Fall sogar, und jetzt möchte ich bewusst nicht schwarz malen, sondern nur darauf hinweisen, können diese Werte auch schon mal zum Totalverlust führen, dann nämlich, wenn die Firma Konkurs anmeldet. Man kann eben niemals genau vorhersagen, wie viel Geld man am Ende rausbekommen wird. Anders als bei sicheren Anlagen, wo die Renditen zwar oft nur niedrig sind, manchmal noch nicht einmal die Inflationsrate erreichen, dafür aber eben sicher sind,  weiß man bei Aktien niemals wie hoch Gewinn oder Verlust am Ende sein werden.

Doch warum nun sollte man bei solchen Risiken trotzdem Aktien kaufen? Schließlich geht es ja um das eigene, meist sauer verdiente Geld.

Die Antwort ist oben schon mal genannt und eigentlich ganz einfach: wo Risiko ist, da sind auch Chancen. Und je größer das Risiko desto größer sind meist auch die Chancen. Das lässt sich an einem einfachen Beispiel verdeutlichen. Angenommen, sie hatten als Aktionär in eines der größten deutschen Unternehmen, die Siemens AG investiert. Dann hätten sie in den Jahren von 1986 bis 1998 nicht mehr als insgesamt etwa 50% Rendite erwirtschaftet. Da brachte so mancher Sparvertrag mehr Ertrag. Immerhin hat man mit dieser Aktie keinen Verlust gemacht. Aber schaut man sich während des gleichen Zeitraums die SAP-Aktie an, die in dieser Zeit um mehr als 1000 Prozent zulegte, dann versteht wohl jeder was mit dem obigen Satz gemeint ist.

Genau diese Gewinnchancen machen den großen Reiz der Aktienanlage aus. Sicher, die Stories von 100, 200, oder sogar 500 Prozent Gewinn sind selten. Doch die richtige Auswahl der Aktien macht den Erfolg aus. Auch die Tatsache, dass der DAX in dieser Zeit eine jährliche Rendite von mehr als 10% aufzuweisen hatte beweist, dass eine clevere und systematische Auswahl der Anlage den Erfolg ausmacht.

Wenn man also bereit ist, mit dem Risiko an den Aktienmärkten zu leben, sich dieser Risiken ständig bewusst ist, dann steht der erfolgreichen Suche nach aussichtsreichen Aktien nichts mehr im Wege. Und wenn die ersten Erfolge erzielt sind, dann verkraftet man auch die Misserfolge, die zwangsläufig einmal eintreten.

Aktienkurse an der Börse
Aktienkurse an der Börse

Wem diese Suche nach den richtigen Aktien aber zu stressig ist, der muss trotzdem nicht auf die Chancen am Aktienmarkt verzichten. Denn wenn selbst der DAX als eine Art Durchschnitt des Aktienmarktes mühelos jeden Sparbrief und erst recht jedes Sparbuch in der Performance überflügelte, warum dann nicht eine Fond kaufen, der diese oder ähnliche Werte kauft. Denn die Fonds machen je nach Typ nichts anderes als einen gewissen Querschnitt durch Branchen, Länder o.ä. zu kaufen und partizipieren deshalb an allgemeinen Kurssteigerungen. Mit Durchschnittsrenditen von jährlich 8-10 Prozent liegt man auch hier deutlich vor Sparbuch und Co. Und eine kleine nicht ganz ernst gemeinte Börsenweisheit besagt zu recht: Wenn der Aktienmarkt insgesamt zulegt, kann selbst ein schlechter Fondsmanager eine gute Rendite kaum verhindern.

Eines sollten Sie unbedingt noch beachten. Da es an der Börse natürlich nicht immer nur nach oben geht, ist es ganz besonders wichtig, dass Sie möglichst langfristig investieren. Denn so können Sie kurzfristige Schwankungen ausgleichen und langfristig auf eine stolze Rendite zurückblicken, bei der der eine oder andere zwischenzeitliche Kursrückgang kaum noch auffällt.

Neuemissionen

Neuemissionen – gewinnversprechende Aktien?

Aktien von Unternehmen, die erstmals in den Börsenhandel eingeführt werden, bezeichnet man als Neuemissionen. Sie haben die Aufgabe das Eigenkapital eines Unternehmens zu vergrößern, damit dieses Investitionen in neue Projekte vornehmen kann.
Mit Hilfe eines Emissionskonsortiums, einer Gruppe verschiedener Banken, werden Käufer für neue Aktien gesucht. Potentielle Interessenten können dann innerhalb der Zeichnungsfrist die ausgeschriebenen Aktien zum Festpreis bestellen (zeichnen).

Das Bookbuilding-Verfahren:

Üblich ist heute allerdings das sogenannte Bookbuildingverfahren aus den USA. Anstelle eines festgesetzten Preises wird eine Preisspanne angegeben, so dass die Anleger zunächst ihre Gebote mit Mengenangaben einreichen. An Hand der Gebote wird berechnet welche Größenordnungen zu welchem Preis ausgegeben werden können. Dieses Verfahren dient dazu einen marktorientierten Ausgabepreis zu erzielen und einen Interessensausgleich zwischen Emittent und Investor zu gewährleisten. Um möglichst viele Interessenten zu finden ist allen beteiligten Parteien daran gelegen einen attraktiven Emissionspreis zu erzielen.

Gefahr der Überzeichnung:

Neuemissionen ist die Nachfrage sehr groß, so dass es häufig zu einer Überzeichnung der Aktien kommt. Um dennoch den Großteil der Interessierten zufrieden zu stellen, wird repartiert. So werden einfach geringere Stückzahlen herausgegeben. Bei einer Bestellung von 100 Aktien kann dies bedeuten, dass pro Zeichner lediglich 40 Aktien ausgegeben werden. Ist die Nachfrage auch dann nicht befriedigt, werden die Aktien über das Losverfahren verteilt. Bei dieser Form der Aktienvergabe sind Kleinanleger oftmals benachteiligt, da Emissionsbanken dazu neigen Anleger zu bevorzugen, die höhere Stückzahlen gezeichnet haben. Wer jetzt auf die Idee kommt, einfach größere Stückzahlen zu zeichnen, um auf jeden Fall Aktien zu erhalten, der sollte vorsichtig sein, denn nicht alle Neuemissionen werden überzeichnet.

Wann lohnt sich das Zeichnen?

Zunächst stellt sich die Frage nach dem Bekanntheitsgrad des Unternehmens und der Branchenzugehörigkeit – wie sieht das Wachstum innerhalb dieser Branche grundsätzlich aus? Des weiteren sollte in Erfahrung gebracht werden, aus welchen Gründen die Gesellschaft an die Börse geht und welche Pläne sie mit der Kapitalerhöhung verfolgt. Sollen Schulden beglichen werden, vergrößert sich der Konzern und stehen Investitionen an? Interessant ist auch die Frage, ob das Unternehmen in seiner Branche eine Führungsposition besitzt und mit welchen Unternehmen eventuell Kooperationen bestehen. Ein Großteil der Unternehmen, die neue Aktien auf den Markt bringen, bieten potentiellen Aktionären neben telefonischen Auskünften (Hotline) und Broschüren auch Informationsveranstaltungen bezüglich ihres Börsengangs an. Auch ein Gespräch mit einem Bankberater kann bei der Entscheidung weiterhelfen.

Wie verbessert man seine Chance, Neuemissionen zu erhalten?

Hier gibt es unterschiedliche Strategien:

Man besitzt ein Depot einer dem Konsortium angehörenden Bank. Werden Aktien über das Losverfahren vergeben, so kann man seine persönliche Chance erhöhen, indem man auf die Namen seiner Familienmitglieder ebenfalls Depots eröffnet. Durch den Kauf von Aktien einer der Konsortialführer kann sich die Chance für den Erwerb der Aktien ebenfalls erhöhen. Einige Banken bevorzugen ihre eigenen Aktionäre bei von ihnen begleiteten Börsengängen anderer Unternehmen.

Kursbildung der Aktien

Wie entstehen Aktienkurse?

Der Aktienkurs bezeichnet den aktuellen Preis einer Aktie, das heißt er stellt den Wert dar, der der Aktie seitens der Kauf- oder Verkaufsinteressenten beigemessen wird. André Kostolany hat es einmal so ausgedrückt „Die Börse hängt nur davon ab, ob es mehr Aktien gibt als Idioten oder mehr Idioten als Aktien.“

Aktienkurs steigt
Aktienkurs steigt

Grundsätzlich funktioniert die Börse also wie jeder andere Markt, der Preis wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Die Kursbewegungen werden jedoch auch noch von vielen anderen Faktoren beeinflusst. Zunächst muss man sich darüber bewusst werden, dass die an der Börse gehandelten Kurse immer ein Abbild der zukünftigen Erwartungen der Marktnehmer sind. Die Börsenwelt lebt also von der richtigen Einschätzung der Zukunft. Aktien werden nicht deshalb gekauft, weil es dem Unternehmen gut geht, sondern weil man erwartet, dass es ihm in zukünftig besser gehen könnte.

Alle wirtschaftlichen Nachrichten, Stimmungen und Gerüchte werden hinsichtlich zukünftiger Unternehmensentwicklungen gedeutet. Dabei werden alle Indikatoren wie zum Beispiel die Arbeitsmarktlage, Unternehmensnachrichten, bevorstehende Firmenübernahmen etc. auf ihre möglichen Auswirkungen hin untersucht. Dadurch entsteht ein Börsenklima, aus dem die Kauf- oder Verkaufsbereitschaft der Aktionäre resultiert. Die Kurstendenzen entstehen also oft aus sehr subjektiven Stimmungen und sind daher objektiv schwer zu erklären.

Aktienkurse und Zinsen

Eine der wichtigste Einflussfaktoren auf die Aktienkurse ist die Zinsentwicklung, denn zwischen dem Kursverlauf und der Zinsentwicklung besteht ein direkter Zusammenhang. Dieser ist im Prinzip auch sehr einfach und schnell erklärt: Sinken die Zinsen, steigen die Kurse – Steigen die Zinsen, sinken die Kurse. Wenn die Zinsen fallen, wird es für die Unternehmen einfacher, Kredite für neue Investitionen aufzunehmen. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass mehr modernisiert und erweitert wird, und dies könnte für die Zukunft steigende Gewinne bringen. Wenn die Zinsen jedoch steigen, werden festverzinsliche Anleihen attraktiver, da sie mehr abwerfen. Die Anleger werden dadurch geneigt, ihre Dividendenpapiere zu verkaufen und Anleihen zu kaufen, was die Aktienkurse drückt.

Aktienkurse und das Wechselkursniveau

Vom Wechselkursniveau geht ein weiterer wichtiger Einfluss auf die Aktienkurse aus. Gerade die Entwicklung des Dollars spielt hier eine große Rolle. Bei einem starken Dollar werden deutsche Waren im Ausland billiger, somit wachsen die Gewinne und die Kurse. Da der größte Teil der deutschen Wirtschaft exportorientiert ist, ist bei steigendem Dollar meist eine positive Tendenz am Aktienmarkt zu beobachten.

Wechselwirkungen zwischen den Weltbörsen

Die Wechselwirkungen zwischen den Weltbörsen spielen ebenso eine Rolle bei der Einschätzung des Marktes. Oft zeigen die Tendenzen an der Wall Street oder in Tokio Auswirkungen auf andere Märkte. Steigen in den USA die Kurse, boomt in Deutschland die Börse. Geht es mit dem Dow Jones bergab, besitzt auch der Dax wenig Potenzial. Der Grund dafür liegt in der zunehmenden Globalisierung der Märkte. Eine Garantie für dieses Zusammenspiel gibt es jedoch nicht.

Aktienkauf, Wo und Wie ?

Wie viel Beratung braucht der Anleger?

Das ist abhängig vom Wissen des Anlegers und vom Ziel der Aktienanlage. Ein unerfahrener Neueinsteiger wird seinem Bankberater über ein klärendes Auge-in-Auge-Gespräch dankbar sein. Für den Daytrader hingegen wäre das lästige Zeitverschwendung. Er informiert sich lieber selbst und nimmt seine Geldgeschäfte per Mausklick in die eigene Hand, denn es gibt eine Reihe von Bankern, die erfahrenen Daytradern nicht mehr „das Wasser reichen“ können.

Die richtige Bank finden

Nachdem man sich zuvor ausgiebig informiert und sorgfältig ausgesucht hat, in welches Unternehmen man investieren möchte, schreitet man zur Tat und eröffnet ein Wertpapierdepot. Während der langfristige Anleger sein neues Aktiendepot bei seiner Haus- Groß- oder Direktbank eröffnen kann, ordert der Daytrader ausschließlich über eine Direktbank.

Hausbank

Hausbank-Vorteile: Ein großer Vorteil der Hausbank ist, daß man den Bankberater kennt. Man kann sich – gerade als Anfänger – in einfachen Fragen persönlichen Rat holen, beispielsweise für das Lesen des Kursteils der Zeitung oder die Interpretation des Depotauszuges.

Hausbank-Nachteile: Allerdings sollte man bei der „Sparkasse im Dorf“ keine umfassende und spezielle Aktien-Beratung erwarten. Meistens befassen sich die Bankberater in kleineren Filialen mit Aktien nur als einer von vielen Anlageformen und haben deshalb nicht unbedingt die brandheißen Tips auf Lager. Ein weiterer Nachteil ist, daß viele kleinere Filialen über Mittag geschlossen haben und auch am Mittwoch nachmittag oder spätestens ab 16 Uhr oftmals niemand zu erreichen ist – gerade zu den Zeiten also, wo die Börse durch die Parkettbörse bzw. die Eröffnung der Wallstreet besonders interessant ist.

Großbanken

Großbank-Vorteile: Wer etwas fundiertere Beratung sucht, der wendet sich besser an die Berater einer größeren Zweigstelle. Dort sitzt eher ein auch auf Aktien spezialisierter Anlageberater. Größere Zweigstellen haben durchgehend geöffnet und die Chance, seinen Berater zu den Börsenzeiten anzutreffen ist besser, aber es kann passieren, daß der Berater in Notfällen nicht erreichbar ist.

Großbank-Nachteile: Auf die Beratung einer Großbank sollte man sich auch nie 100prozentig verlassen. Wie Tests von Finanzzeitschriften oder der „Stiftung Warentest“ gezeigt haben, muß die Beratung längst nicht immer so erfolgreich sein, wie es die Werbung verspricht, vor allem bei den „Kleinanlegern“, bei denen die Bank im Verhältnis nicht so viel verdient, daß sie eine umfangreiche Betreuung übernehmen könnte.

Das Mitdenken bei der Aktienanlage ist daher unumgänglich. Die Prüfung gewisser Grundkenntnisse ist mittlerweile auch gesetzlich für die Banken vorgeschrieben, so daß sich jeder ohnehin ein wenig in die Materie vertiefen muß (womit Sie mit der Lektüre dieses „Fit für die Börse- Kurses“ bereits begonnen haben). Wenn man die genannten Regeln beachtet, um nicht allzu viel und oft Lehrgeld bezahlen zu müssen, desto erfolgreicher kann man an der Börse agieren.

Direktbanken

Direktbank-Vorteile: Wer sich entschließt, nach einigen „Feldversuchen“ – sei es durch Spekulation auf dem Papier wie beispielsweise Börsenspiele oder auch bereits erfolgreich absolvierte erste Schritte auf dem Börsenparkett mit einem Depot bei der Hausbank – ganz auf die Bankberatung zu verzichten, kann sein Depot auch bei einer Direktbank einrichten.

Direktbanken haben zwei große Vorteile gegenüber „herkömmlichen Banken“: zum einen sind sie über Telefon, Fax oder Internet den ganzen Tag durchgängig erreichbar, oft sogar 24 Stunden, zum anderen sind sie erheblich günstiger (je nach Bank und Depotgröße zwischen etwa 30 und bis zu 90 Prozent weniger Gebühren), wenn es um die Gebühren beim An- und Verkauf von Wertpapieren oder der Depotführung geht. Kein Wunder, denn sie sparen sich das teure Filialnetz und – das ist zugleich einer der

Direktbank-Nachteile: Direktbanken beraten nicht. Die Direktbank nimmt den Auftrag ohne jeden Kommentar entgegen und führt ihn aus, egal wie es um das Unternehmen steht. Wer unsicher bei seinen Entscheidungen ist und gerne eine Bestätigung für seine Entscheidung möchte, der ist bei einer Filialbank besser aufgehoben.

Ein weiteres, glücklicherweise eher seltenes Problem der Direktbanken ist, daß man abhängig von der Funktion der Leitungen und vor allem den Kapazitäten ist. Besonders an „heißen“ Tagen, wenn schnelles Handeln wichtig sein kann, können die Systeme der Direktbanken durch Überlastung zusammenbrechen. Die meisten Direktbanken sind für solche Fälle gut gerüstet und bieten meistens alle genannten Kommunikationswege (Telefon, Fax, Internet) zugleich an. Sollte das auch nicht funktionieren – Geduld und später versuchen.

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