Mindestsicherung in Österreich: Alle Informationen zur Höhe, zum Anspruch, dem Antrag und weiteren wichtigen Fragen und Kriterien dazu finden Sie hier online.

Anspruch auf Mindestsicherung

Wer hat in Österreich Anspruch auf die Mindestsicherung? Grundsätzlich jeder Bürger, der sein Vermögen bis zu einem Minimum von 4.188,80 Euro (Stand 2016) aufgebraucht hat. Ausnahmen dafür sind Wohnungen bzw. Eigentumswohnungen, die als Hauptwohnsitz genutzt werden. Auch das eigene Auto (PKW) muss verkauft werden, sofern es nicht aus beruflichen Gründen oder aufgrund einer Behinderung notwendig ist.

Demnach besteht ein Anspruch auf Mindestsicherung durch die Erfüllung folgender Kriterien:

  • Das Einkommen liegt unterhalb des Standards der „Bedarfsorientierten Mindestsicherung“.
  • Der Bedarf wird durch eigene finanzielle Mittel abgedeckt.
  • Bereitschaft zur Arbeit bzw. zum Einsatz als Arbeitskraft muss gegeben sein.
  • Hauptwohnsitz oder dauerhafter Aufenthalt in Österreich.

Ausnahmen

Unter folgenden Kriterien müssen Personen, die Mindestsicherung beziehen, nicht arbeitswillig bzw. arbeitsbereit sein:

  • Die Person hat das Regelpensionsalter erreicht.
  • Die Person leistet eine Betreuungsleistung (Pflege) für Angehörige, die Pflegegeld mindestens der Pflegestufe 3 beziehen.
  • Die Person betreut Kinder, die das 3. Lebensjahr noch nicht erreicht haben, und ist keine andere Möglichkeit zur Betreuung gegeben.
  • Die Person leistet eine Begleitung schwerstkranker Kinder bzw. Sterbebegleitung.
  • Die Person hat bereits vor Vollendung des 18. Lebensjahres eine Schul- oder Erwerbsausbildung (kein Studium) begonnen, die noch nicht beendet wurde.

Höhe der Mindestsicherung

Wie hoch ist die Mindestsicherung in Österreich? Die sogenannte bedarfsorientierte Mindestsicherung setzt sich in Österreich aus zwei Teilen zusammen: Dem Grundbetrag von 628,32 Euro und dem Wohnkostenanteil von 209,44 Euro. Das ergibt einen Betrag der Mindestsicherung in Höhe von insgesamt 837,76 Euro pro Monat.

Mindestsicherung in Österreich berechnen Quelle: bigstock.com

Der Anspruch und die Höhe der Mindestsicherungsbezüge werden durch Einkommen, Unterhaltszahlung oder Arbeitslosengeld beispielsweise reduziert.

Lebensgemeinschaft

Für Personen in einer Lebensgemeinschaft erhöht sich der Betrag pro Monat um das 1,5-Fache. Somit erhalten diese Mindestsicherungsbezieher einen monatlichen Betrag in Höhe von 1.256,64 Euro.

Kinder

Pro Kind erhält man zudem monatlich weitere 150,80 Euro, die sich je nach Bundesland ab dem 4. Kind ändern kann.

Wichtig: Der Wohnkostenanteil, sowie weitere Bezüge und Leistungen können sich je Bundesland in Österreich unterscheiden bzw. entsprechend höher ausfallen.

Da sich die Höhe der Leistungen je nach Bundesland ändern kann, sollten Sie bei der Nutzung eines Mindestsicherungsrechners darauf achten, dass Sie den Rechner Ihres Bundeslandes verwenden.

(Weitere Rechner finden Sie ebenfalls im Internet.)

Mindestsicherung zurückzahlen: ja oder nein?

Schafft ein Mindestsicherungsbezieher den Wiedereinstieg in das Berufsleben, so muss die bezogene Höhe der Mindestsicherung nicht zurückgezahlt werden.

Krankenversicherung

Trotz des Bezuges einer Mindestsicherung ist man in Österreich krankenversichert und erhält demnach eine E-Card. Damit sind diese Personen von der Rezeptgebühr befreit.

Mindestsicherung trotz Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe

Eine ergänzende Mindestsicherung kann bezogen werden, wenn der Anspruch auf Notstandshilfe oder Arbeitslosengeld niedriger ist, als die Mindeststandards der sog. bedarfsorientierten Mindestsicherung, sofern kein relevantes Vermögen vorhanden ist. Man erhält in diesem Fall also zusätzlich als Ausgleich eine Mindestsicherungsleistung.

Antrag auf Mindestsicherung stellen

Je Bundesland kann der Anspruch auf diese Leistungen bei der Gemeinde, dem Magistrat oder der Bezirkshauptmannschaft gestellt werden. Zudem ist es möglich die Mindestsicherung beim Arbeitsmarktservice (AMS) in einer Geschäftsstelle direkt zu beantragen.