Studienbeihilfe – Studienförderung für Studenten in Österreich

Alles rund um die Studienbeihilfe in Österreich: Die Eltern von Studierenden sind laut österreichischem Recht dazu verpflichtet ihre Kinder finanziell zu unterstützen, bis es zu einer Selbsterhaltungsfähigkeit kommt. Auch der Abschluss eines angestrebten Studiums zählt in diesem Fall dazu und muss von den Eltern getragen werden.

Ist eine finanzielle Unterstützung der Eltern jedoch nicht möglich und können die mit dem Studium verbundenen Kosten nicht selbst getragen werden, so gibt es die Möglichkeit zur Inanspruchnahme der sogenannten Studienbeihilfe. Diese Beihilfe wurde beschlossen, um den Zugang zu einem Studium für gewillte und leistungsfähige junge Menschen zu ermöglichen, ohne dabei auf massive finanzielle Hürden zu stoßen.

Welche Voraussetzungen müssen für eine Studienbeihilfe erfüllt werden?

Studienbeihilfe für Studenten in Österreich
Studenten – Quellle: bigstock.at, ID: 16438244

Ein Anspruch auf Studienbeihilfe besteht ausschließlich für österreichische Staatsbürger oder auch für gleichgestellte ausländische Bürger und Staatenlose. Als gleichgestellt gelten dabei beispielsweise EWR-Bürger, wenn bereits nachweislich vor Antritt des Studiums eine entsprechende Integration in das österreichische Bildungs- und Gesellschaftssystem bestand oder ein Elternteil oder sie selbst sogenannte Wanderarbeitnehmer sind.

Beihilfe für Studenten aus Drittstaaten

Zudem gelten auch Drittstaatenangehörige als geleichgestellt, wenn ein Recht auf Daueraufenthalt besteht. Bei Staatenlosen ist es jedoch erforderlich, dass zumindest ein Elternteil in Österreich – 5 Jahre vor Antritt des Studiums – unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig war. Bei Konventionsflüchtlingen wird für eine Gleichstellung zumindest ein Nachweis der Flüchtlingseigenschaft benötigt.

Erfüllt man diese Voraussetzungen, muss als Hauptfaktor für einen möglichen Bezug der Studienbeihilfe die soziale Förderungswürdigkeit bestehen. Um die soziale Bedürftigkeit festzustellen werden sowohl der Familienstand als auch die Einkünfte des Studierenden, der Eltern, des Ehepartners oder des eingetragenen Partners überprüft.

Studienerfolg nachzuweisen

Zusätzlich muss auch ein günstiger Studienerfolg nachgewiesen werden, ähnlich wie bei der Familienbeihilfe. Es müssen also ein gewisses Ausmaß an positiv abgeschlossenen Studienleistungen erbracht, die Anspruchsdauer dabei nicht überschritten, die Studienwechselbestimmungen eingehalten und der erste Studienabschnitt des derzeitigen Studiums oder eines möglichen Vorstudiums längstens innerhalb der zweifachen vorgesehenen Studienzeit (zuzüglich eines zusätzlichen Semesters) absolviert werden.

Des Weiteren dürfen weder ein abgeschlossenes Studium, noch ein Abschluss einer gleichwertigen Ausbildung bestehen, wobei es Ausnahmen bei Kurzstudien, sowie Doktorats- und Masterstudien gibt. Das Studium muss jedoch zwingend vor dem 30. Geburtstag angetreten werden. Diese Grenze wurde vom Staat für folgende Personen auf den 35. Geburtstag erhöht:

Selbsterhalterstipendium als Studienbeihilfe

Ein sogenanntes Selbsterhalterstipendium ist für Studenten in Österreich unter bestimmten Voraussetzungen erhätlich.

  • Studenten mit Kindern
  • Studenten mit Behinderungen
  • Studenten, die ihr Masterstudium beginnen, wobei das Bachelorstudium bereits vor dem 30. Geburtstag angetreten worden sein muss

Wie hoch ist die Studienbeihilfe und was gilt es zu beachten?

Grundsätzlich beträgt die monatliche Studienbeihilfe im Höchstfall 679 Euro, was einen Jahresbetrag von 8.148 Euro ergibt. Diesen Maximalbetrag erhalten jedoch nur Studierende, die entweder ihren Haupt- oder Nebenwohnsitz auf den Studienort verlegen mussten, weil der Wohnsitz der Eltern aufgrund der hohen Distanz zum Studienort nicht zumutbar ist oder deren Eltern bereits verstorben sind oder solche, die sich bereits 4 Jahre vor der Zuerkennung der Studienbeihilfe durch eigene Einkünfte ausschließlich selbst erhalten haben. Wird keiner dieser eben genannten Voraussetzungen erfüllt, wird eine monatliche Beihilfe in Höhe von nur 475 Euro monatlich, das sind 5.700 Euro pro Jahr, ausbezahlt.

Erhöhte Studienbeihilfe bei Behinderung

Für Studierende mit Behinderungen gibt es einen Erhöhungsbetrag, welcher sich jedoch sowohl nach der Art als auch nach dem Grad der Behinderung richtet. Einen Erhöhungsbetrag gibt es zudem auch für Studierende mit Kindern, wenn diese für die Pflege und Erziehung aufkommen müssen. In diesem Fall erhöht sich die Studienbeihilfe um 112 Euro pro Kind im Monat. Des Weiteren gibt es auch einen Erhöhungszuschlag von 30 Euro im Monat für Studierende, die das 27. Lebensjahr bereits vollendet wurde.

Berufstätige Studenten

Viele Studenten gehen neben dem Studium auch einer beruflichen Tätigkeit nach, um über weitere finanzielle Mittel zu verfügen, wobei dabei unbedingt auf bestehende Zuverdienstgrenzen geachtet werden muss. Die zusätzlichen Einkünfte dürfen die Grenze von 10.000 Euro im Jahr nicht überschreiten, da man sonst den Anspruch auf Studienbeihilfe verliert. Diese Grenze erhöht sich pro Kind, für welches Unterhalt geleistet wird, um jeweils 2.988 Euro jährlich.

Die Einkommensgrenzen beziehen sich dabei jedoch nicht nur auf steuerpflichtige Einkommen aufgrund beruflicher Tätigkeiten, sondern auch auf Pension, Unfallrenten oder andere regelmäßige Bezüge wie Kranken-, Arbeitslosen-, Karenz- oder Kinderbetreuungsgeld, Notstands- oder Sozialhilfe, sowie sonstige Unterstützungen gemäß dem derzeit geltenden Sonderunterstützungsgesetz.

Bei der Berechnung der Höhe der Studienbeihilfe wird aber weder das Brutto noch das Netto-Einkommen herangezogen, denn es werden dafür sowohl der SV-Beitrag als auch Sonderausgaben- und die Werbekostenpauschale vom Bruttoeinkommen abgezogen und dieser Betrag für die Berechnung verwendet. Dafür werden jedoch auch etwaige Sonderzahlungen wie das Urlaubs- und Weihnachtsgeld, sowie anfallende Überstundenabgeltungen und Abfertigungen angerechnet.

Wie und wann wird die Studienbeihilfe ausgezahlt?

Um die Studienbeihilfe zu erhalten, muss rechtzeitig ein entsprechender Antrag mit allen Beilagen und nachweislichen Unterlagen bei der jeweiligen Stipendienstelle der Studienbeihilfenbehörde gestellt werden. Dies kann sowohl einfach online mittels Handy-Signatur als auch postalisch erfolgen, wobei der Zeitraum für die Einreichung beachtet werden muss. So ist die Antragstellung für das Wintersemester in der Zeit von 20. September bis 15. Dezember und für das Sommersemester von 20. Februar bis 15. Mai möglich. Der Antrag auf Studienbeihilfe kann natürlich auch außerhalb dieser Fristen eingebracht werden, jedoch ist eine Bewilligung dann erst ab dem Folgemonat wirksam und gilt nicht rückwirkend auf den Semesterbeginn.

Antrag für Studienbeihilfe bei der Stipendienstelle

Wurde der Antrag bereits einmal bewilligt, kommt es automatisch nach zwei Semestern zu einem sogenannten Systemantrag. Es ist daher dringend notwendig etwaige Änderungen des Wohnsitzes, der Einkommens- oder Lebensverhältnisse unverzüglich an die Studienbeihilfenbehörde zu melden. Bei einem Wechsel der Studieneinrichtung sind nicht nur die sofortige Meldung an die Behörde, sondern auch ein entsprechender Neuantrag erforderlich.

Weitere Informationen zur Beihilfe für Studenten in Österreich finden Sie online unter:

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