Berufshaftpflichtversicherung – Anforderungen, Kosten & Wissenswertes

Ratgeber zur Berufs- & Betriebshaftpflichtversicherung

Eine Berufshaftpflichtversicherung stellt einen Schutz bei bestimmten Berufsgruppen dar, die ein erhöhtes Risiko im Bereich Fehlberatung oder Vermögensschäden aufweisen. Dazu zählten zum Beispiel Ärzte, Treuhänder, Steuerberater, Architekten und Rechtsanwälte. Im Zusammenhang mit einer Berufshaftpflicht wird daher auch gerne von einer Versicherung für Vermögensschäden gesprochen.

Anforderungen:

Berufshaftpflichtversicherung
Berufshaftpflichtversicherung

Für die Berufshaftpflichtversicherung gelten bestimmte Anforderungen, die von den jeweiligen Versicherungsunternehmen erfüllt werden müssen. So kann ein Versicherungsschutz nur gewährt werden, wenn folgende Bedingungen gegeben sind:

  • Die Vermögensschäden müssen nach dem Paragraf 278 und 831 laut Bürgerlichen Gesetzbuch begleicht werden können.
  • Der Vertrag erfüllt seinen Schutz auch, wenn es um eine Pflichtverletzung geht.
  • Die Mindestsumme der Versicherung beträgt 250.000 Euro.
  • Der Ausschluss einer Haftung liegt vor, wenn es sich um eine wissentliche Verletzung handelt.
  • Wozu dient eine solche Versicherung?

Die Berufshaftpflichtversicherung dient als Absicherung für den gewerblichen und beruflichen Bereich, wie eine private Haftpflichtversicherung bei Privatpersonen. Sie soll den Versicherten vor einem Risiko schützen, damit dieser einen Schaden nicht selber begleichen muss und somit erhebliche Vermögenseinbuße erleidet. Die Versicherung stellt somit eine Schadensversicherung dar, wobei Schäden nicht aus eigenem Vermögen gezahlt werden müssen. Die Berufshaftpflichtversicherung lässt sich dabei unterteilen in eine Betriebshaftpflicht- und eine Vermögenshaftpflichtversicherung.

Bei einigen Berufen ist es zwingend erforderlich eine Berufshaftpflichtversicherung zu besitzen. Hier ist es sogar eine Voraussetzung, um in diesem Berufszweig überhaupt tätig zu sein. Dies betrifft vor allem Branchen, welche ein hohes Gefährdungspotenzial besitzen. Grundsätzlich ist die Art der Versicherung für alle Unternehmen sinnvoll, die eine bestimmte Dienstleistung anbieten. Aber auch Freiberufler sollten über den Schutz einer solchen Versicherung nachdenken.

Die Palette der jeweiligen Berufsgruppen die eine solche Absicherung benötigen ist sehr breit gefächert. Viele Versicherungsunternehmen bieten daher individuelle Angebote den einzelnen Branchen an. So gibt es eigene Konzepte für Anwälte, Detekteien, Gutachter, Dolmetscher, Versicherungs- und Finanzmakler, sowie für Arbeitsvermittler. Vom Prinzip her können sämtliche Personen, die Selbstständig oder Freiberuflich arbeiten, aber auch für einen Verein tätig sind, eine solche Berufshaftpflichtversicherung abschließen.

Was ist zu beachten?

Bei dieser Art Versicherung ist es wichtig, die ganz spezifischen in dieser Berufsgruppe auftretenden Risiken abzusichern. Seit einiger Zeit gibt es zudem sehr leistungsstarke Tarife, die Kunden eine Absicherung bis zu 10 Mio. Euro und auch noch mehr anbieten. Außerdem gibt es sogenannte Leistungsupdates und es werden Rabatte eingeräumt. Diese Arten zählen zu den Sonderkonditionen, dabei ist es allerdings wichtig, sich einen genauen Überblick für die Leistungen und Bedingungen zu verschaffen.

Wichtig ist es vor allen, für den auszuübenden Beruf einen passenden Tarif ausfindig zu machen. Dabei ist vor allen die Tätigkeit entscheidend, ob es sich zum Beispiel um ein Gewerbe handelt, eine selbstständige Tätigkeit oder ein eigener Betrieb geschützt werden soll. Für Existenzgründer bieten viele Versicherungen sogar Sonderrabatte. Die meisten Berufshaftpflichtversicherungen bieten eine Deckungssummer von pauschal 3 Mio. Euro an, die bei Sach-, Personen- und Vermögensschäden übernommen werden. Auf Wunsch ist auch eine höhere Abdeckung auf 10 Mio. Euro oder noch mehr machbar. Allerdings wirkt sich dies auf eine höhere Versicherungsprämie aus.

Bei Großhändlern und Handelsbetrieben empfiehlt es sich auf eine hohe Deckungssummer zu achten, diese sollte angemessen an das jeweilige Geschäftsvolumen liegen. Bei Tätigkeiten im Heilberuf, muss im Versicherungsschutz unbedingt eine Absicherung gegen Tätigkeitsschäden vorhanden sein. Auch ein erweiterter Strafrechtsschutz ist sehr ratsam.

Welche Kosten fallen an?

Eine Berufshaftpflicht ist in vielen Berufen sehr wichtig und zum Teil auch vom Gesetzgeber vorgeschrieben, daher sollte sie auch jeden Euro wert sein. Allerdings variieren die jeweiligen Prämien, da besonders individuelle Faktoren eine große Rolle spielen.

Die Kosten setzen sich vorwiegend aus dem Risiko der beruflichen Tätigkeit zusammen und dem damit verbundenen Risiko. Um den jeweiligen Schutz genau abzudecken, bedarf es einer genauen Kalkulation, denn bereits eine kleine Unachtsamkeit, kann große Kosten verursachen. Bei der Berufsgruppe der Zahnärzte ist mit einer Jahresprämie von ein paar Hundert Euro zu rechnen, während die Prämienzahlung für Rechtsanwälte deutlich höher liegt.

Die Kosten für eine Berufshaftpflichtversicherung lassen sich allerdings minimieren und zwar durch einen Selbstbehalt. Dabei übernimmt der Versicherungsnehmer bei einem Versicherungsfall einen Teil der Kosten (zum Beispiel 2.500 Euro pro Fall). Dadurch senkt sich der Beitrag für die Versicherung, da die versicherte Person eine vereinbarte Selbstzahlung eigenhändig vornimmt.

 

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