Die private Krankenversicherung (PKV) bietet gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) teilweise verbesserte Leistungen und ein etwas anders aufgebautes Beitragssystem.

Alle Informationen und Tipps zur privaten Krankenversicherung und Krankenzusatzversicherung in Österreich finden Sie hier:

Die private Krankenzusatzversicherung

In Österreich gibt es eine allgemeine Krankenversicherungspflicht. Der Großteil der Bürger ist dabei bei den gesetzlichen Krankenversicherungen abgesichert. Zudem gibt es für bestimmte Berufsgruppen sowie Arbeitnehmer mit einem höheren Verdienst die Möglichkeit, sich anstelle der gesetzlichen Krankenversicherung sich über eine private Krankenversicherung (PKV) abzusichern.

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Voraussetzungen

Beamte, Selbständige sowie Studenten können sich unabhängig vom Einkommen bei der Privaten Krankenversicherung versichern lassen. Bei Arbeitnehmern dagegen muss dagegen ein Mindesteinkommen über der Beitragsbemessungsgrenze vorliegen. Dieser Wert wird auch als Versicherungspflichtgrenze bezeichnet und es erfolgt eine jährliche Anpassung an die Lohnentwicklung.

Private Krankenversicherung Quelle: pixabay.com

Im Unterschied zu der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es bei den privaten Versicherern keine Verpflichtung, entsprechende Interessenten aufzunehmen. Davon ausgenommen ist jedoch der Basistarif, der sich jedoch nur bei bestimmten Situationen, in der sich der Interessent befindet, lohnt. Bei den anderen Tarifen der Privaten Krankenversicherung besteht dort die Möglichkeit, dass der Antrag abgelehnt wird. Dass kann dann erfolgen, wenn der Antragsteller beispielsweise an mehreren Vorerkrankungen leidet. Bei Vorerkrankungen kann es auch der Fall sein, dass dies zu Leistungsausschlüssen oder zu Risikozuschlägen beim Abschluss kommt.

So funktioniert die PKV:

Die Leistungen, welche vertraglich vereinbart sind, erhalten alle Versicherten bei einer privaten Krankenversicherung. Es gibt keine Regelversorgung, wie dies bei den gesetzlichen Krankenversicherungen der Fall ist. Deshalb sind auch die Beiträge, je nach Leistungsumfang, von Versicherten zu Versicherten sehr unterschiedlich. Je nachdem, welche Leistungen vereinbart sind, fallen die Beiträge niedriger oder höher aus. Zusätzlich haben das Alter und der Gesundheitszustand der versicherten Person Einfluss auf die Höhe der Versicherungsprämie.

Deshalb ist diese Versicherung bei den Personen mehr beliebt, die über ein höheres Einkommen verfügen und gleichzeitig gesund sind und dadurch auf umfangreiche Versorgungsmaßnahmen der Privaten Krankenversicherung zurückgreifen können.

In den letzten Jahren waren immer mehr Menschen in Österreich privat krankenversichert. Dabei ging die Zahl in den letzten Jahren zurück. Dies liegt sicherlich auch an der steigenden Versicherungspflichtgrenze, die in in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen ist.

Wozu wird eine Krankenzusatzversicherung benötigt?

Bei der privaten Krankenversicherung sind Kosten und die damit verbundenen Leistung vom ausgewählten Versicherungstarif abhängig. Deshalb ist es bei der Privaten Krankenversicherung von Bedeutung, dass man sich vor einem eventuellen Vertragsabschluss überlegen muss, welche Leistungen man in Anspruch nehmen will.

Dabei gibt es sicherlich die eine oder andere Gesundheitsleistung, die man als Versicherer nur sehr selten benötigt und in Anspruch nimmt. Diese zahlt man dann aus eigener Tasche. Dagegen andere Leistungen, wie beispielsweise zahnärztliche Behandlungen sollten im Versicherungsschutz mit enthalten sein. Auch muss man sich, wenn man privat versichert ist, keine Gedanken machen, dass eine vereinbarte Leistung, anders als bei der gesetzlichen Krankenversicherung, gekürzt wird.

Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

Bei den gesetzlichen Krankenversicherungen gab es in den letzten Jahrzehnten einige Reformen, die Leistungskürzungen beinhalteten. So etwas kann bei der Privaten Krankenversicherung nicht erfolgen, weil dort die Leistungen vertraglich vereinbart und genau geregelt sind Dabei kann man nur den Grundschutz abschließen, der in etwa den Leistungen der gesetzlichen Versicherung entspricht oder man kann auch einen Premium-Tarif mit einem Rundumschutz auswählen. Dieser enthält auch zum Beispiel naturheilkundliche Behandlungsverfahren, die dann erheblich über das Niveau von der gesetzlichen Regelversicherung hinaus gehen.

Zu den Leistungen der Privaten Krankenversicherung gehören auch die freie Arztauswahl, die Chefarztbehandlung im Krankenhaus, die Unterbringung und einem Ein- oder Zweibettzimmer bei Krankenhausaufenthalten sowie die Erstattung bei Sehhilfen und eine schnelles Terminangebot beim Facharzt.

Kosten der PKV (Krankenzusatzversicherung) berechnen Quelle: pixabay.com

Die Beiträge bei der Privaten Krankenversicherung sind ja teilweise auch vom Alter des Versicherten abhängig. Deshalb steigen diese im Laufe des zunehmenden Alters an. Die Versicherer bilden jedoch von ‚Anfang an beim Anlaufen eines Vertrages auch Alterungsrückstellungen, damit der Beitrag im Alter nicht explosionsartig steigt. Dies ist dann bereits in der erhöhten Prämie enthalten. Davon wird dann schon zu Vertragsbeginn ein entsprechender Betrag angelegt. Dadurch wird dann die Erhöhung der Beiträge mit zunehmendem Alter abgefedert.

Deshalb ist es für den Versicherten vor Vertragsabschluss wichtig, sich genau die Konditionen und Leistungen des ausgewählten Tarifs durchzulesen, weil bei einem Versicherungswechsel es nicht immer möglich ist, die dann beim Wechsel vorhandenen Alters-Rückstellungen in den neuen Vertrag zu übernehmen.

Unterschiede zwischen gesetzlicher und private Krankenversicherung

Bei der gesetzlichen Krankenversicherung handelt es sich um eine Pflichtversicherung, während sich bei der privaten Krankenzusastzversicherung Selbstständige, Beamte, Freiberufler, Studenten und besserverdienende Arbeitnehmer freiwillig versichern lassen können.

Familie

Bei der gesetzlichen Krankenversicherung werden der Ehepartner und die Kinder bis 25 Jahre mit einem geringen oder ohne Einkommen kostenlos mitversichert. In der privaten Krankenversicherung müssen sich Kinder und Ehepartner selbstständig versichern.

Leistungen

Bei der Gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen die dort angebotenen Leistungen der vorgeschriebenen Grundversorgung (eingeschränkte Krankenhaus- und Arztauswahl; im Krankenhaus Mehrbettzimmer und die Behandlung erfolgt durch den aktuell behandelnden Arzt und nicht Chefarzt), während bei der Privaten Krankenversicherung bei den Top-Tarifen wesentlich verbesserte Leistungen (freie Arztauswahl, im Krankenhaus Ein- oder Zweibettzimmer, Chefarztbehandlung etc.) im Tarif enthalten sind.

Eine der wichtigsten Leistungen ist die Sonderklasse: In der Regel haben private Krankenversicherungen und private Vorsorgeversicherungen eine Sonderklasse in den Konditionen. Das bedeutet, dass man einerseits schneller einen Termin und andererseits auch besseren Service bei Ärzten oder im Krankenhaus bekommen kann. Achten Sie beim Vergleich der Krankenversicherungen unbedingt auf die Angebote der Sonderklasse!

Ein Beispiel für die Sonderklasse ist auch die Klasse-Versicherung nach Unfall. Vor allem nach einem Unfall ist eine private Vorsorgeversicherung wichtig. Zudem können Sie Ihren Arzt selbst wählen (Wahlarzt). Nähere Informationen zur Unfallversicherung finden Sie hier!

Kosten

Bei der gesetzlichen Krankenversicherung erfolgt die Beitragsberechnung vom Bruttoeinkommen mit einem gleichen Beitragssatz für alle Versicherten. Die gesetzlichen Krankenversicherungen können, je nach Erfolg, Beiträge zurückerstatten oder Zusatzbeiträge von den Versicherten erheben. Die Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich den Krankenkassenbeitrag, wobei von den Arbeitnehmern nochmals zusätzlich 0,9 % vom Bruttolohn für den Krankenkassenbeitrag zufließen.

Der Beitrag bei der privaten Krankenzusatzversicherung dagegen richtet sich nach dem Gesundheitszustand, dem Alter, und dem Beruf und ist unabhängig vom Einkommen. Je mehr Leistungen im Tarif enthalten sind, desto höher ist auch der Beitrag.

In vielen Fällen ist in Österreich ein Selbstbehalt bei Behandlungen im Krankenhaus oder beim Arzt dennoch zu bezahlen. Achten Sie beim Vergleich und Abschluss der Versicherung unbedingt auf den Selbstbehalt!

Die Abrechnung

Die Abrechnung erfolgt bei der gesetzlichen Krankenversicherung nach dem Sachleistungsprinzip. Dabei werden die Kosten nach der Behandlung eines Versicherten vom Erbringer der Leistung (zum Beispiel Arzt) direkt mit der Krankenversicherung abgerechnet. Dabei entsteht keine Vorleistung des Versicherten.

Dagegen bei der Privaten Krankenversicherung erhält der Versicherte eine Rechnung, die er dann kontrollieren und bei der Krankenversicherung einreichen muss, damit die Kosten erstattet werden. Dies gilt für ambulante Behandlungen. Bei stationären Behandlungen wird häufig auch vom Leistungserbringer direkt mit der Versicherung abgerechnet.

Worauf man vor dem Abschluss einer privaten Krankenversicherung achten sollte!

In Österreich genießt die Mehrheit der Bürger, das im Grundgesetz verankerte Recht, auf medizinische Grundversorgung. Eine private Krankenversicherung, kann aber weitere Annehmlichkeiten mit sich bringen. Jedoch ist eine private Krankenversicherung, nicht gleich private Krankenversicherung. Denn, je nachdem, welchen Umfang das Versicherungspaket beinhaltet, kann es zu erheblichen Kostenunterschieden kommen.

Bei den diversen privaten Krankenversicherungen, sollten die folgenden Kosten durch die Versicherung abgedeckt sein:

  • die volle Übernahme der Krankenhauskosten, worauf zu achten ist, ob man sogenannte Extras im Versicherungspaket beinhaltet hat. Wie zum Beispiel ein Einzelzimmer
  • das die Kostenabrechnung direkt mit der Versicherung erfolgt
  • freie Wahl des Krankenhauses und des behandelnden Arztes
  • wenn man Kinder hat, den Ersatz der Begleitkosten für Kinder (meist bis zum 12. Lebensjahr)
  • die Transportkosten zum und vom Krankenhaus und zur Rehaklinik, falls erforderlich
  • Ersatztagegeld anstelle von anderen medizinischen oder damit in Zusammenhang stehende Leistungen

Auch sollte darauf geachtet ob im Versicherungspaket ambulante Behandlungskosten beinhaltet sind. Wie zum Beispiel die folgenden:

  • Ärztliche ambulante Kosten, wie zum Beispiel Behandlungen bei einem Physiotherapeuten;
  • verordnete Medikamente
  • Heilbehelfe wie Brillen oder rehabilitierende Maßnahmen

Krankenhaustagegeld

Dieses Krankenhaustagegeld wird von der Versicherung dann geleistet, das bei einer stationären Behandlung auszuzahlen ist.

Krankengeldversicherung

Krankengeld muss dann von der Versicherung bezahlt werden, wenn man aufgrund einer Erkrankung, seiner beruflichen Tätigkeit nicht mehr nachkommen kann.

Zahnbehandlungen

Darunter zählen sämtliche Leistungen, die bei einer zahnärztlichen Behandlung anfallen können.

Bereits hier aber sollte man im Vorfeld überlegen, welche Versicherungsleistungen man eventuell in den nächsten Jahren, in Anspruch nehmen könnte. Sollte in absehbarer Zeit, zum Beispiel keine größere Zahnbehandlung, erwartet werden, sollte man von diesem Versicherungsprodukt Abstand nehmen, da die Kosten für diese zusätzliche Versicherungsleistung, die monatlichen Versicherungsbeiträge, enorm in die Höhe treiben kann.

Worauf unbedingt zu achten ist!

Alle privaten Versicherungen bedingen sich eine Wartezeit aus, ab welchem Datum man den Versicherungsschutz, in Anspruch nehmen kann. Diese beginnt bei einigen nach einem Monat, kann sich aber auch über einen Zeitraum von 3 Monaten erstrecken. Wobei im Normalfall, die Wartezeit bei Einzelkrankenversicherung bei drei Monaten, und die Gruppenversicherung nach einem Monaten wirksam wird.

Diese Wartezeit entfällt aber bei Unfällen und plötzlich auftretenden Infektionskrankheiten. Dieses Entfallen der Wartezeit entfällt auch, wenn der Ehepartner mit in den Versicherungsvertrag miteingeschlossen wird, oder eine Erkrakung auftritt, die vor dem Abschluss des Vertrages nicht zu erwarten war. Diese REgelung tritt auch bei Neugeborenen in Kraft.

Besondere Wartezeiten fallen dann an, wenn eine Schwangerschaft vorliegt oder bei bekannten Vorerkrankungen!

Prämien

Diese sind abhängig vom Umfang des Versicherungspaketes und hängen von bestimmten Umständen ab. Wenn man zum Beispiel, aufgrund einer gewissen Häufigkeit, gewisse medizinische Leistungen in Anspruch nimmt, kann eine Prämienerhöhung, veranschlagt wird. Prämienerhöhungen kann es aber auch aufgrund der durchschnittlichen Lebenserwartung oder einer im Index der Versicherung aufgelisteten Gründe geben.

Unzulässig sind Prämienerhöhungen, die altersbedingt oder aufgrund einer gesundheitlichen Verschlechterung des Versicherten, verlangt werden! Im Falle einer Prämienerhöhung muß die Versicherung eine Alternative vorschlagen. Sollte man also mit der Erhöhung der Prämie nicht einverstanden sein, so muss die Versicherung dem Kunden bei gleichbleibender Prämie, die Verlängerung des Vertrages, bei reduzierten Leistungen, gewähren.

Grundsätzlich ist zu sagen, das es sich lohnt das Kleingedruckte genau zu lesen. Eine private Krankenversicherung hat sicherlich gewisse Vorteile, ist aber aufgrund der Kosten nicht für jedermann geeignet. Wobei es letztendlich darauf ankommt, welches Versicherungspaket man wählt.

Es lohnt sich auf jeden Fall, wenn man online die diversen Angebote der verschiedenen Versicherungen, in Ruhe miteinander vergleicht. Viele verschiedene Versicherungen bieten das gleiche Versicherungspaket, zu einem wesentlich günstigeren Tarif an. Vorausgesetzt, das man das richtige Paket wählt, also seine etwaigen Versicherungsbedürfnisse kennt, kann man so einige hudert Euro pro Jahr, sparen.